Der Hund wich nicht vom Sarg – und wenige Sekunden später bemerkte er darin etwas, das alle in Erstaunen versetzte.
Die Trauerfeier war fast beendet, doch Rex – der Diensthund des verstorbenen Polizisten – blieb hartnäckig an seiner Seite sitzen und wich nicht von ihm.
Die Anwesenden beunruhigte nur das seltsame Verhalten des Tieres. Der Hund knurrte nicht aggressiv und jaulte nicht, doch er konnte nicht stillsitzen. Zunächst war es nur ein kaum hörbares Knurren, das alle für eine normale Reaktion auf den Verlust seines Herrchens hielten.

Doch nach wenigen Sekunden wurde das Knurren eindringlicher, verzweifelter. Rex sprang auf, blickte aufmerksam direkt auf den Sargdeckel, die Ohren gespitzt.
Dann stieß er ein durchdringendes, kurzes Heulen aus, das einer Sirene glich, und bearbeitete die hölzerne Abdeckung so, dass eine kleine Ritze entstand, während er tief knurrte.
Die Gäste begannen zu flüstern, Besorgnis spiegelte sich in ihren Gesichtern, und der Kommandant des Verstorbenen trat zum Hund, um ihn zu beruhigen. Doch Rex wich nicht zurück, er umrundete den Sarg, die Augen fest auf die Tücher gerichtet, die ihn umhüllten.
Da beugte sich der Offizier zum Sarg, legte sein Ohr auf den Deckel – und riss es plötzlich zurück: Drinnen stimmte etwas nicht.
Er befahl, den Sarg zu öffnen. Die Scharniere quietschten, der Saal hielt den Atem an, während die Decke zurückgeschlagen wurde. Ja, man musste öffnen: Dort drinnen war etwas Gefährliches, sofortiges Handeln war notwendig.

Alle wichen zurück, der Kommandant zog die Decke ab – und Sekunden später schrien alle vor Entsetzen. Was sie sahen, schockierte die Anwesenden zutiefst.
Im Inneren des Sarges befand sich ein Sprengsatz, der am Abend zuvor deponiert worden war, als sich niemand auf dem Gelände aufhielt. Die Bombe war absichtlich platziert worden, um den Trauergästen Schaden zuzufügen. Nachdem das Sprengstoffgerät entschärft worden war, konnte die Polizei mithilfe von Fingerabdrücken feststellen, wer es dort angebracht hatte.
Es stellte sich heraus, dass es ein Verbrecher war, der während eines Einsatzes des Offiziers festgenommen und dadurch ins Gefängnis gebracht worden war.

Nun wollte er sich auf diese Weise an den Angehörigen des Polizisten rächen, doch sein Plan schlug fehl – stattdessen verlängerte er nur seine Haftstrafe.
Nun war allen klar, warum sich der Hund während der Beerdigung so merkwürdig verhalten hatte. Es war ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig Treue ist. Ja, mit seiner Tat rettete der Hund das Leben aller Anwesenden und wurde zu einem wahren Helden.