Der Vater installierte eine Kamera im Zimmer seiner Tochter, als er bemerkte, dass sie ständig müde war und sogar am Tisch einschlief – doch was er auf der Aufnahme sah, versetzte ihn in echtes Entsetzen.
In der letzten Woche war seine Tochter dreimal am Tisch eingeschlafen. Einmal sogar noch in Schuluniform, mit der Gabel in der Hand. Zuerst schob er es auf Erschöpfung. Dann auf die Pubertät. Doch die Unruhe wuchs, und mit jedem Tag wurde es schwerer, sie zu ignorieren.

Die Tochter sprach kaum noch mit der Familie. Ihr Gang hatte sich verändert, ihr Blick war leer und müde. Unter ihren Augen zeichneten sich dunkle Ringe ab. Und das Licht im Kinderzimmer brannte manchmal bis zum Morgengrauen.
Auf die Fragen ihres Vaters antwortete sie kurz und immer gleich:
— Ich habe einfach nur Hausaufgaben.
Eines Nachts hielt der Vater es nicht mehr aus. Er trat an ihre Tür und legte das Ohr daran. Von drinnen kamen leise, vorsichtige Geräusche – als würde jemand langsam Dinge hin- und herschieben. Es war fast ein Uhr nachts.
Am Morgen schlief die Tochter wieder am Tisch ein, den Kopf auf die Arme gesunken. Zum dritten Mal in einer Woche.
An diesem Tag tat der Vater etwas, wovor er sich früher sogar gefürchtet hatte: Er installierte eine winzige versteckte Kamera in ihrem Zimmer und redete sich ein, es geschehe nur zu ihrer Sicherheit.
Die erste Nacht zeigte nichts Auffälliges. Hausaufgaben, ein wenig Handy, um 23:30 Uhr ging sie schlafen. Er fühlte sich paranoid und war fast beruhigt.

Doch in der zweiten Nacht änderte sich alles.
Auf der Aufnahme war zu sehen, wie die Tochter im Bett lag und lange um sich blickte. Dann, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass im Haus alle schliefen, stand sie auf, zog sich an und setzte sich an den Tisch. Sie schrieb etwas in ein Heft. Zunächst sah es aus wie ganz normale Hausaufgaben.
Doch dann tat das Mädchen etwas, das den Vater in völliges Entsetzen versetzte…
Sie schloss das Heft, legte es sorgfältig in eine Pappschachtel. Auf der Schachtel stand ein Frauenname – Anna.
Daneben standen noch zwei weitere solche Schachteln. Mit den Aufschriften Dana und Maria.
Da begriff der Vater: Seine Tochter verbarg etwas. Und warten konnte er nicht länger.
Am nächsten Tag sprach er direkt mit ihr. Ohne Schreien. Ohne Druck. Er bat sie einfach, die Wahrheit zu sagen.
Und sie erzählte alles.
Es stellte sich heraus, dass ihre Klassenkameradinnen sie schon lange bedroht hatten. Sie zwangen sie, Hausaufgaben für sie zu machen, Klassenarbeiten zu schreiben, Projekte zu erledigen.
Wenn sie sich weigerte, drohten sie, sie vor der ganzen Schule zu demütigen, ihr etwas unterzuschieben und ihr das Leben zur Hölle zu machen. Die Schachteln waren für jede von ihnen. Sie arbeitete nachts, aus Angst, irgendjemandem davon zu erzählen.

Der Vater hörte alles bis zum Ende an. Und dann tat er, was er von Anfang an hätte tun müssen.
Er ging zur Schulleitung und erzählte alles.
Nach einiger Zeit wurden die drei Mädchen von der Schule verwiesen.
Und bei seiner Tochter kehrte endlich Ruhe ein – sie begann wieder normal zu schlafen.