Ein Förster fand während eines Schneesturms kleine Fuchswelpen, die sich fest an ihre tote Mutter drückten und kläglich wimmerten. Er wusste sehr gut, dass man in der Taiga nicht in das Leben der wilden Tiere eingreifen sollte, doch trotzdem nahm er die Jungen mit nach Hause.

Ein Förster fand während eines Schneesturms kleine Fuchswelpen, die sich fest an ihre tote Mutter drückten und kläglich wimmerten. Er wusste sehr gut, dass man in der Taiga nicht in das Leben der wilden Tiere eingreifen sollte, doch trotzdem nahm er die Jungen mit nach Hause.

Und bald geschah ihm deswegen etwas Schreckliches.

Der Schneesturm hatte bereits am Abend begonnen. Der Schnee flog fast waagerecht, brannte in den Augen und bedeckte sofort die Spuren auf dem Pfad.

Der Förster mit vierzig Jahren Erfahrung kehrte zu seinem Waldposten zurück und dachte nur daran, so schnell wie möglich die warme Hütte zu erreichen, den Ofen anzuzünden und das schlechte Wetter abzuwarten. In einer solchen Nacht geht niemand ohne äußerste Not durch die Taiga.

Doch plötzlich hörte er durch das Heulen des Windes ein seltsames Geräusch. Zuerst dachte er, es sei nur das Knarren der Bäume, doch dann wiederholte sich der Laut. Ein dünnes, klagendes, fast menschliches Weinen.

Der Förster blieb stehen, lauschte und bog langsam vom Pfad in einen dichten Fichtenwald ab.

Nach einigen Minuten kam er zu einer kleinen Schlucht, die fast vollständig vom Schnee bedeckt war. Dort, an den Wurzeln einer alten Fichte, lag eine Füchsin. Ein großes rotes Weibchen. Der Schnee hatte bereits begonnen, ihr Fell zu bedecken, und es war klar, dass sie tot war. Doch unter ihrem Körper bewegte sich etwas.

Der Förster näherte sich vorsichtig und kniete sich hin.

Unter der Füchsin drängten sich fünf kleine Fuchswelpen aneinander. Winzig, flauschig, mit noch zu großen Pfoten und feuchten Nasen. Sie drückten sich an ihre Mutter, als wollten sie sich unter ihrem Fell verstecken, stupsten mit den Schnauzen gegen ihre Seite und wimmerten leise. Einer von ihnen versuchte sogar, sie mit der Pfote anzustoßen, als hoffte er, sie würde gleich aufstehen.

Die Jungen verstanden nicht, was geschehen war. Sie drängten sich eng zusammen, hoben manchmal die Köpfe und piepsten kläglich, bevor sie sich wieder in das kalte Fell ihrer Mutter vergruben. Der Kleinste versuchte fast ständig, unter ihre Vorderpfote zu kriechen, als suche er dort Wärme.

Der Förster betrachtete sie lange, ohne sich zu bewegen.

Das Gesetz der Taiga war einfach und hart: Mische dich nicht in die Angelegenheiten des Waldes ein. Die Natur entscheidet selbst, wer überlebt und wer nicht. Der Förster kannte dieses Gesetz besser als viele andere.

Doch er wusste auch etwas anderes: Diese Kleinen würden die Nacht nicht überleben.

Er zog seine Handschuhe aus und hob vorsichtig eines der Jungen hoch. Es war leicht und warm und schmiegte sich sofort an seine Handfläche. Die anderen begannen noch lauter zu wimmern und rückten enger zusammen.

— Na ihr kleinen Roten… — sagte der Förster leise. — Ohne eure Mutter überlebt ihr hier nicht.

Er wickelte die Jungen vorsichtig in seine Jacke und trug sie zu seinem Waldhaus. Den ganzen Weg über piepsten sie leise, bewegten sich manchmal und hoben die Schnauzen, als suchten sie einen vertrauten Geruch.

Der Förster wusste noch nicht, dass nach der Rettung dieser armen Tiere schreckliche Dinge in seinem Leben beginnen würden und dass er vielleicht die Aufmerksamkeit von jemandem auf sich ziehen würde, vor dem sich der ganze Wald fürchtet.

In jener Nacht schlief der Förster kaum. Er heizte den Ofen an, baute aus einer alten Kiste und Lumpen ein warmes Nest und legte die Kleinen hinein. Zuerst drehten sich die Welpen lange unruhig umher, wimmerten und suchten ihre Mutter, doch langsam wurden sie warm und beruhigten sich.

Einige Tage vergingen.

Die Jungen begannen sich zu erholen, krochen durch die Hütte, verfingen sich in seinen Filzstiefeln und kletterten manchmal auf seine Knie.

Doch eines Abends klopfte jemand an die Tür der Hütte. Das Klopfen war schwer und beharrlich. Der Förster verstand sofort, dass es keine zufälligen Reisenden waren.

Als er die Tür öffnete, standen drei Männer auf der Schwelle. Einer von ihnen trat sofort vor und blickte in die Hütte.

— Bist du der Förster? — fragte er.

— Sagen wir mal so, — antwortete der alte Mann ruhig.

— Wir wissen, dass du im Graben ein Fuchsnest gefunden hast. Dort war eine rote Füchsin.

Der Förster sagte nichts.

— Die Füchsin haben wir selbst hingelegt, — fuhr ein anderer fort. — Das Fell war gut. Aber die Jungen haben wir nicht gefunden. Also hast du sie genommen.

In diesem Moment piepste hinter dem Ofen leise eines der Jungen.

Die Männer sahen sich an.

— Da sind sie ja, — sagte der erste. — Gib sie her. Wir kümmern uns später um sie.

Der Förster schloss langsam die Tür und drehte sich zu ihnen um.

— Sie gehen nirgendwo hin.

Der dritte Mann trat einen Schritt vor.

— Hör zu, Alter. Du hast offenbar nicht verstanden. Wir sind ihretwegen gekommen.

— Ich habe verstanden, — sagte er ruhig. — Aber ihr seid umsonst gekommen.

Der Mann grinste spöttisch und streckte die Hand aus, um ihn beiseitezuschieben.

Doch dann geschah alles sehr schnell. Der erste Wilderer verstand nicht einmal, wie er im Schnee vor der Veranda landete. Den zweiten schob der Förster einfach aus der Tür, und der dritte musste selbst zurückweichen, als er sah, dass der alte Mann gar nicht so hilflos war, wie er gedacht hatte.

Eine Minute später standen alle drei im Hof.

— Verschwindet aus meinem Wald, — sagte der Förster leise. — Und kommt nie wieder zurück.

Die Männer sahen ihn noch einige Sekunden an, dann drehten sie sich fluchend um und gingen zur Straße.

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