Eine fuchsrote Stute sprang mir plötzlich direkt vor das Auto, schnaubte, schlug mit den Hufen auf den Asphalt und starrte mich eindringlich an – und dann sah ich etwas Entsetzliches.
Gestern wäre ich beinahe in einen Unfall verwickelt worden. Und der Grund dafür war … ein Pferd.
Ja, Sie haben richtig gelesen – ein echtes, großes, rotbraunes Pferd.

Alles begann ganz gewöhnlich: Ich fuhr auf einer leeren Landstraße, durch dichten Nebel, unterwegs zu meinen Terminen. Die Straße war still, ringsum nur Wald und ein paar kahle Bäume. Plötzlich sprang direkt vor mir etwas auf die Fahrbahn. Im letzten Moment trat ich auf die Bremse, die Reifen quietschten schrill, und das Auto kam nur wenige Zentimeter vor dem Tier zum Stehen.
Vor mir bäumte sich das Pferd auf. Es schnaubte, schlug mit den Hufen auf den Asphalt und sah direkt durch die Windschutzscheibe, als wolle es mich unbedingt aufhalten. Mein Herz raste, ich zögerte, auszusteigen. Doch die Stute wich nicht zurück – sie wirkte nervös und schien mir etwas mitteilen zu wollen.

Vorsichtig öffnete ich die Tür und stieg aus. Sofort galoppierte das Pferd los, hinein in den Wald. Instinktiv wusste ich: Ich musste ihm folgen. Ich verriegelte den Wagen und rannte hinterher.
Schließlich blieb es an einem alten, verlassenen Brunnen stehen. Es scharrte mit dem Huf, schnaubte und blickte immer wieder in die Tiefe. Ich näherte mich – und als ich hinabblickte, erstarrte ich vor Entsetzen.
Unten, in der Dunkelheit, lag ein Mensch. Kaum noch bei Bewusstsein, bewegte er sich schwach und stöhnte leise. Sofort rief ich die Rettungskräfte und die Feuerwehr, während ich hinunterrief, dass Hilfe unterwegs sei.

Als man ihn endlich nach oben gezogen hatte, kam die unglaubliche Wahrheit ans Licht: Der Mann war mit seiner Stute im Wald unterwegs gewesen, war ausgerutscht und in den Brunnen gefallen. Das Pferd konnte allein nichts ausrichten – also lief es zur Straße, direkt auf mich zu.
Wäre sie nicht gewesen, weiß niemand, wie die Geschichte ausgegangen wäre. Und ich selbst kann bis heute kaum glauben, dass eine zufällige Begegnung auf einer einsamen Straße sich in ein echtes Wunder verwandelte.