Ein Rudel Wölfe stand reglos auf den Gleisen und versuchte, den Zug aufzuhalten. Als der Lokführer genauer hinsah, bemerkte er, was die Wölfe eigentlich beschützten.
Der Wintertag war still und kalt. Der Lokführer fuhr wie gewohnt seine Strecke – alles schien so wie immer. Doch plötzlich fiel ihm etwas Ungewöhnliches auf: direkt auf den Schienen stand ein Rudel Wölfe.

Sie liefen nicht weg, sie verschwanden nicht im Wald, wie es sonst üblich ist, wenn Raubtiere einen Zug sehen. Im Gegenteil – die Wölfe stellten sich absichtlich quer auf die Gleise. Ihre bernsteinfarbenen Augen leuchteten im Scheinwerferlicht, und sie heulten, einer nach dem anderen, so laut und langgezogen, dass der Lokführer erschrak.
Instinktiv trat er auf die Bremse. Die Räder kreischten, der Zug rollte noch ein paar Meter aus, und einer der Wölfe wäre fast unter die Räder geraten. Doch selbst danach wichen die Tiere nicht zurück. Sie standen auf den Schienen und ließen die stählerne Maschine nicht weiterfahren.
Zuerst dachte der Lokführer, die Wölfe seien einfach verrückt geworden oder hungrig und wollten angreifen. Doch dann kniff er die Augen zusammen, um zu erkennen, weshalb sie wirklich auf den Gleisen standen.
Und da sah er es: direkt auf den Schienen, mitten im weißen Schnee, lag etwas Merkwürdiges und Ungewöhnliches.

Auf den Schienen lag ein Mann in weißer Kleidung, reglos, als wäre er bewusstlos.
Der Lokführer sprang hinaus. Die eisige Luft schlug ihm ins Gesicht. Die Wölfe rührten ihn nicht an – im Gegenteil, sie wichen zur Seite und ließen ihn zu dem Liegenden.
Es schien, als verstünden die Tiere: dieser Mensch war ihnen wichtig, und genau seinetwegen hatten sie den Zug aufgehalten.
Der Lokführer beugte sich hinunter und tastete nach dem Puls. Der Mann lebte, atmete jedoch kaum. Er versuchte ihn zu wecken, rieb seine Hände, prüfte den Atem. Der Verletzte öffnete mühsam die Augen, seine Lippen zitterten vor Kälte, doch er brachte ein paar Worte hervor:
— Sie… haben mich gerettet…
Es stellte sich heraus, dass man dem Mann tatsächlich das Leben nehmen wollte. Mehrere Personen hatten ihn zusammengeschlagen und direkt auf die Schienen geworfen, in der Erwartung, dass der nächste Zug das Werk vollenden würde.

Doch die Wölfe, als hätten sie die Gefahr gespürt, versammelten sich als Rudel und stellten sich auf die Gleise, um ihn bis zuletzt zu beschützen.
Der Lokführer rief über Funk Hilfe. Bis die Rettungskräfte eintrafen, deckte er den Verletzten mit allem zu, was er in der Kabine finden konnte – einer alten Decke und seiner Jacke. Die Wölfe wichen währenddessen nicht von seiner Seite, sie saßen daneben und beobachteten wachsam jede Bewegung.
Als schließlich die Menschen kamen, um den Mann abzuholen, zog sich das Rudel langsam in den Wald zurück. Ihre Mission war erfüllt.