Eine Frau, die vor ihrem Mann geflohen war, kaufte für nur 20 Dollar ein altes Hausboot: doch als sie ankam und die Tür öffnete, war sie entsetzt über das, was sie darin entdeckte…
Die junge Frau floh nachts vor ihrem gewalttätigen Mann. Sie nahm nichts mit, denn sie wusste: Wenn sie auch nur ein paar Minuten zögerte, könnte er aufwachen. Sie nahm nur ihre Dokumente, etwas Geld und ging, ohne die Tür hinter sich zu schließen.
Am Morgen war sie уже in einer anderen Stadt. Sie hatte weder Bekannte noch eine Unterkunft noch einen Plan. Nur die Angst, dass ihr Mann sie finden könnte.

Das Geld ging fast aus. Eine Wohnung zu mieten war unmöglich, selbst ein Schlafplatz erforderte eine Vorauszahlung, die sie nicht hatte. Sie lief durch die Straßen, bis sie völlig erschöpft war.
Am Abend ging sie in ein kleines Café. Sie bestellte den billigsten Tee und saß einfach da und schaute aus dem Fenster. Auf dem Tisch lag eine alte Zeitung, und sie begann sie gedankenlos durchzublättern.
Plötzlich sah sie eine Anzeige.
— Hausboot zu verkaufen. 20 Dollar.
Der Preis war seltsam. Verdächtig niedrig. Aber sie hatte keine Wahl.
Sie rief an.
Der Mann am anderen Ende sprach schnell und gereizt.
— Ja, es ist zu verkaufen. Ich muss es heute loswerden. Ich habe Probleme mit der Hafenbehörde, Strafen, Papiere… darum kümmere ich mich nicht.
— Kann ich es mir ansehen? — fragte sie.
— Nicht nötig. Es ist, wie es ist. Wenn Sie es nicht nehmen, wird es morgen nicht mehr da sein.
Er diktierte eine Nummer für die Überweisung und legte auf.
Das war seltsam. Aber die Angst, auf der Straße zu bleiben, war stärker. Sie überwies das Geld.
Nach ein paar Minuten erhielt sie eine Adresse und eine kurze Nachricht:
„Der Schlüssel liegt unter der Fußmatte.“
Am selben Abend ging sie dorthin.
Der Hafen sah verlassen aus. Das Wasser war dunkel und still, niemand war zu sehen. Nur alte Planken des Stegs und vereinzelte Bäume.
Sie sah das Boot sofort. Alt, rostig, mit abgeblätterter Farbe und zerbrochenem Glas. Es schien jahrelang nicht benutzt worden zu sein. Sie ging langsam über den Steg. Die Bretter knarrten unter ihren Füßen, und dieses Geräusch wirkte in der Stille unheimlich laut.
An der Tür angekommen, fand sie den Schlüssel. Ihre Hand stockte für einen Moment. Dann öffnete sie doch.
Die Tür knarrte leise. Drinnen war es dunkel.
Sie machte einen Schritt, tastete nach dem Schalter und machte das Licht an.
Und in diesem Moment erstarrte sie bei dem, was sie sah.
Das Erste, was ihr auffiel, war der Boden. Darauf waren dunkle Flecken.
Zu dunkel, um nur Schmutz zu sein.
Sie machte einen weiteren Schritt. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Der Geruch war schwer. Metallisch. Jetzt gab es keinen Zweifel mehr.
Es war Blut.

Langsam hob sie den Blick.
Der Tisch war umgestürzt, der Stuhl zerbrochen, an der Wand waren verschmierte Spuren, als hätte jemand versucht, sich festzuhalten oder zu entkommen.
Der Raum sah nicht einfach nur verlassen aus.
Es sah so aus, als wäre hier vor Kurzem etwas passiert. Etwas sehr Brutales.
Ihre Hände zitterten.
Und erst dann verstand sie…
Das Boot war nicht für 20 Dollar verkauft worden, weil es niemand brauchte.
Sondern weil man ihr eine Falle stellen wollte.