Ich habe den Mann geheiratet, den ich liebte, aus einer reichen Familie, aber nach der ersten Hochzeitsnacht wurde ich gezwungen, ein Bad mit scharfem rotem Pfeffer zu nehmen. Das dauerte fast einen Monat, und eines Tages beschloss ich, den Grund für dieses seltsame Ritual herauszufinden — und war völlig entsetzt.
Ich bin in einer ganz normalen Familie aufgewachsen, ohne Luxus oder viel Geld, aber mit dem Wichtigsten — Wärme und Aufrichtigkeit. Als er in mein Leben trat — selbstbewusst, aufmerksam, aus einer reichen und angesehenen Familie — schien es mir wie ein Märchen.

Er war nicht kalt oder arrogant, im Gegenteil — fürsorglich, ruhig, immer an meiner Seite. Auch seine Eltern wirkten zunächst perfekt: höflich, zurückhaltend, mit edlen Manieren. Seine Mutter lächelte oft, als würde sie mich schon als Teil der Familie betrachten.
Die Hochzeit war luxuriös. Ein großes Haus, wichtige Gäste, Musik, Lichter — alles wie im Film. Ich erinnere mich, wie ich ihn an diesem Abend ansah und dachte, wie unglaublich viel Glück ich habe.
Doch nach der ersten Nacht änderte sich alles.
Mitten in der Nacht, als mein Mann schon schlief, öffnete sich leise die Tür. Seine Mutter stand im Türrahmen. Ihr Gesicht war ruhig, aber in dieser Ruhe lag etwas Kaltes.
— Komm mit mir — sagte sie leise.
Wir gingen ins Badezimmer. Dort stand eine große Holzwanne, gefüllt mit Wasser und bedeckt mit rotem Pfeffer.
— Steig hinein — sagte sie.
— Warum?.. — fragte ich.
— Wenn du in dieser Familie bleiben willst, tu, was man dir sagt.

Ich stieg hinein. Der Schmerz war sofort da — unerträglich. Meine Haut brannte, ich biss die Zähne zusammen, um nicht zu schreien.
Das wiederholte sich jede Nacht, fast einen Monat lang.
Eines Tages hielt ich es nicht mehr aus. Ich gab der Dienerin Geld und bat sie, mir die Wahrheit zu sagen.
Sie antwortete:
— In ihrer Familie glaubt man, dass das erste Blut und das erste Kind „gereinigt“ werden müssen. Wenn dieses Ritual nicht durchgeführt wird, wird das erste Kind ein Mädchen. Und sie wollen einen Jungen.
Mir stockte der Atem.
— Und wenn ich es nicht mache?
— Dann wirst du hier nicht bleiben. Vor dir gab es andere.
In diesem Moment verstand ich alles.

Mein Mann wusste es.
In dieser Nacht ging ich nicht zurück ins Schlafzimmer. Ich packte meine Sachen und verließ das Haus vor Sonnenaufgang.
Erst als sich das Tor hinter mir schloss, konnte ich endlich frei atmen.