Jeden Tag fand der Rentner auf seiner Veranda ein frisches Brot im Cellophan: er wusste nicht, woher das Brot kam, und als er sich an die Polizei wandte, geriet er in Schrecken.

Jeden Tag fand der Rentner auf seiner Veranda ein frisches Brot im Cellophan: er wusste nicht, woher das Brot kam, und als er sich an die Polizei wandte, geriet er in Schrecken.

Jeden Morgen, immer zur gleichen Zeit, trat der Rentner auf die Veranda seines Hauses – und dort wartete schon das seltsame Geschenk: ein frisches Brot, in Cellophan eingewickelt. Auf der Verpackung klebte ein grelles Etikett mit dem Namen eines unbekannten Geschäfts. Der Name klang ungewohnt, fast so, als stamme er aus einem anderen Land, und sofort beschlich den alten Mann das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.

Zuerst dachte er, vielleicht hätten die Nachbarn Mitleid mit ihm gehabt – jemand habe seine Einsamkeit bemerkt und wollte ihm mit Lebensmitteln helfen.

Er war sogar ein wenig gerührt, aber trotzdem traute er sich nicht, das Brot zu essen – irgendetwas in ihm warnte ihn: Geschenke sind selten grundlos.

Am nächsten Tag wiederholte sich die Geschichte: genau das gleiche Brot, in derselben Verpackung, an derselben Stelle. Da dachte er, vielleicht habe die Sozialbehörde ein neues Unterstützungsprogramm für Rentner gestartet. Doch das Seltsame war: Kein Nachbar erwähnte je etwas davon, und eine Mitteilung hatte er auch nicht bekommen.

Am dritten Tag hielten seine Nerven nicht mehr stand. Alles machte ihn unruhig: die genaue Uhrzeit, die mysteriöse Herkunft des Brotes.

Er klemmte sich den Laib unter den Arm und ging in den nächsten Laden. Dort fragte er die Verkäuferin:

— Sind Sie es, die mir das Brot bringt? Vielleicht eine neue Aktion?

Die Frau schaute ihn an, als sei er verrückt geworden.

— Aber nein, Großvater, wir haben weder Aktionen noch Wohltätigkeit. Wir verkaufen Brot, aber wir liefern es nicht bis vor die Haustür, — erwiderte sie scharf.

Noch verwirrter trat der alte Mann aus dem Geschäft. Je länger er nachdachte, desto größer wurde seine Angst. Er fürchtete sich schon davor, das Brot überhaupt zu berühren – was, wenn jemand etwas beigemischt hatte? Wollte ihn etwa jemand vergiften?

Am vierten Morgen beschloss er, es anders anzugehen. Er holte eine alte Videokamera aus dem Schrank, die er früher bei Familienfeiern benutzt hatte, und stellte sie so auf, dass sie die Veranda filmte.

Und tatsächlich: Als er am Morgen die Aufnahme ansah, blieb ihm fast das Herz stehen. Deutlich war auf dem Bildschirm zu sehen: Ein kleiner Drohne flog um vier Uhr morgens geräuschlos zu seinem Haus, schwebte über der Veranda, ließ vorsichtig das Brotpaket hinunter und verschwand sofort wieder.

Dem Rentner stockte der Atem. Jetzt war alles noch unheimlicher: Das konnte unmöglich ein Nachbar oder die Sozialbehörde sein. Das war etwas ganz anderes.

Mit zitternden Händen packte er seine Sachen und ging zur Polizeiwache. Dort erfuhr er etwas Schreckliches․․․

Als er die Aufnahme zeigte, konnte er kaum erklären, was vorging. Die Polizisten wechselten Blicke, und einer von ihnen lächelte schief:

— Tja, Väterchen, Sie sind Teil eines Experiments geworden.

Es stellte sich heraus, dass ein junges Start-up-Unternehmen ein neuartiges Brotliefersystem testen wollte. Seine Adresse war zufällig in deren Kundendatenbank gelandet.

Alles nur, weil der Rentner einige Tage zuvor beim Versuch, auf seinem Handy die Wettervorhersage abzurufen, versehentlich auf eine Werbeanzeige geklickt und damit ein Monatsabo für Brotlieferungen abgeschlossen hatte.

Er selbst hatte gar nicht verstanden, wie das passieren konnte – für ihn sah es so aus, als habe er nur „falsch getippt“. In Wahrheit hatte er damit aber den Probe-Tarif aktiviert.

Als der alte Mann die Erklärung hörte, war er zugleich erleichtert und verärgert. Er bekam sein Geld zurück und das Abo wurde storniert, aber das ungute Gefühl blieb.

Und das Brot, das noch bei ihm zu Hause lag, wagte er nie zu probieren – zu unheimlich wirkten diese Laibe.

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