Wegen meiner schwierigen finanziellen Lage musste ich einen reichen alten Mann heiraten; doch in der ersten Hochzeitsnacht sagte er unerwartet, dass zwischen uns nichts passieren würde — er wollte nur zusehen, wie ich schlafe.

Wegen unserer schweren finanziellen Lage musste ich einen reichen alten Mann heiraten; doch in der ersten Hochzeitsnacht sagte er unerwartet, dass zwischen uns nichts sein würde — er wollte nur zusehen, wie ich schlafe.

Wegen unserer schlimmen finanziellen Situation musste ich einen reichen alten Mann heiraten, obwohl mir schon bei dem Gedanken daran schlecht wurde. Doch als die Bank wegen der Schulden meines Vaters unser Haus wegnahm und wir praktisch auf der Straße standen, blieb mir keine Wahl.

Ein entfernter Verwandter der Familie, ein etwa siebzigjähriger Mann, dessen Frau schon lange verstorben war, bot uns Hilfe an. Er sagte, er könne einen Teil der Schulden begleichen, eine Wohnung bezahlen und meinem Vater die Behandlung ermöglichen. Wir waren bereit, ihm zu Füßen zu fallen.

Doch seine Großzügigkeit hatte eine merkwürdige, widerliche Bedingung: Ich sollte ihn heiraten. Für ein junges Mädchen konnte es kaum etwas Abstoßenderes geben. Aber ich stimmte zu — für meinen Vater, für unsere Familie — und redete mir ein, dass er schon alt war, nicht mehr lange leben würde und wir wenigstens gerettet wären.

Ich fürchtete mich schrecklich vor der Hochzeitsnacht. Ich saß am Bettrand, die Knie an mich gezogen, und zitterte so sehr, dass meine Zähne klapperten. Ich wagte mir nicht vorzustellen, was passieren würde, wenn er hereinkommt.

Und dann öffnete sich die Tür. Er trat ein, langsam, schwer, mit einem seltsam irrenden Blick… und brachte einen Stuhl mit. Er stellte ihn neben das Bett, setzte sich und sagte leise, als wäre es die normalste Bitte der Welt:

— Zwischen uns wird heute nichts passieren. Schlaf.

— Und Sie… schlafen neben mir?

— Nein. Ich möchte dir beim Schlafen zusehen.

Mir gefror das Blut in den Adern. Was bedeutete das? War er ein Irrer? Ein Psychopath? Aber ich war erschöpft und wusste, dass ich am Morgen gefügig wirken musste — wegen meines Vaters. Also legte ich mich hin, ohne sogar das Hochzeitskleid auszuziehen.

Am Morgen wachte ich auf — er war schon weg.

In der nächsten Nacht wiederholte sich alles. Er stellte den Stuhl erneut hin, setzte sich und sah mich schweigend an, ohne zu blinzeln, als warte er darauf, dass ich einschlafe. In der dritten Nacht — das Gleiche.

Ich begann zu glauben, dass mein Mann verrückt war, dass er etwas Schreckliches verbarg, und ich begriff nicht, was er eigentlich wollte.

Und in der vierten Nacht geschah etwas, nach dem ich endgültig vor Entsetzen erstarrte.

Ich schlief schon, als ich eine Bewegung neben mir spürte. Schweres, heiseres Atmen an meinem Ohr riss mich aus dem Schlaf. Ich riss die Augen auf — und sah meinen Mann direkt vor mir, so nah, dass ich seinen alten Kölnischwasserduft riechen konnte. Doch noch schlimmer war das, was er tat.

Er setzte mir vorsichtig eine Perücke auf — lang, altmodisch, von der Zeit verblichen. Auf meine Brust legte er ein merkwürdiges Kleid, gelblich vor Alter. Es musste mindestens vierzig Jahre alt sein. Mit zitternden Händen strich er die Falten glatt, als würde er eine Puppe ankleiden.

— Was tun Sie da?! Um Gottes willen, Sie sind verrückt! — schrie ich und wollte vom Bett aufspringen. — Nehmen Sie das sofort weg!

Er zuckte zurück, schüttelte entsetzt den Kopf und stammelte:

— Nein! Verzeih… verzeih… ich wollte nicht. Ich wollte dich nicht erschrecken! Du… du siehst meiner Marta so ähnlich… meiner Frau… Sie ist vor zwanzig Jahren gestorben. Ich… ich vermisse sie so sehr… manchmal glaube ich, dass sie zurückkommt, wenn ich nur warte, wenn ich das Kleid richtig hinlege, wenn ich dir beim Atmen zuschaue…

Er sprach und zitterte am ganzen Körper, und in seinen Augen lag etwas, das mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte — keine Bosheit, sondern völlige Verlorenheit, Wahnsinn, Einsamkeit.

Ich wich zur Tür zurück und bemerkte erst dann das alte Foto auf dem Nachttisch. Darauf war eine junge Frau… und sie sah mir wirklich ähnlich.

— Bitte — flüsterte er, immer noch auf dem Boden sitzend. — Lass mich einfach nur zusehen. Ich rühre dich nicht an. Ich tue dir nichts. Nur ansehen.

Und da verstand ich:
Ich lebte mit einem Mann, den sein eigenes Leid in den Wahnsinn getrieben hatte.

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