Betrunkene Jäger verspotteten den armen alten Förster und verlangten, dass er ihnen die besten Jagdplätze zeige: Der Alte weinte und flehte sie an, ihn in Ruhe zu lassen.
Und genau in dem Moment, als sie ihn zu Boden warfen und schon dabei waren, ihn zu schlagen, ertönte aus dem Wald ein seltsames Geräusch … Und wenige Minuten später geschah etwas, womit keiner von ihnen gerechnet hatte.

Die betrunkenen Jäger umzingelten den alten Förster direkt vor seiner Hütte. Das Haus stand am Rand eines abgelegenen Waldstücks, wo sich nur selten Menschen zeigten. Sie waren mit einem Geländewagen gekommen, mit Kanistern, mit lautem Gelächter und der Überzeugung, dass ihnen alles erlaubt sei.
— Zeig uns, wo die größten Elche sind, Opa — sagte einer und stieß ihn gegen die Schulter. — Wir wissen, dass du hier alles kennst.
Der Förster lebte seit vierzig Jahren in diesem Wald. Er kannte jeden Pfad, jede Lichtung, jede Tränke. Aber er wusste auch, dass es Orte gab, an die man besser nicht ging. Und dass die Tiere sich auf den Winter vorbereiteten.
— Solche Orte gibt es nicht — wiederholte er leise. — Ich werde euch nichts sagen.
Sie lachten. Einer riss ihm die alte Jacke vom Leib, ein anderer packte ihn am Kragen und stieß ihn auf die Knie. Der Alte fiel und schlug mit den Händen auf den kalten Boden.
— Glaubst du, wir glauben dir? — sagte der Größte von ihnen heiser. — Oder tust du nur so, weil dir die Tiere leidtun?
Der Alte weinte. Nicht vor Schmerz. Vor Hilflosigkeit. Er verstand, dass es sinnlos war zu widersprechen. Sie waren bereits betrunken und wütend.
— Geht weg … — flüsterte er. — Hier gehört ihr nicht her …
Aber sie hörten nicht zu.
Einer der Jäger holte aus, um zuzuschlagen. In diesem Moment kam aus dem Wald ein seltsames Geräusch. Dumpf. Schwer. Als würde etwas trockene Stämme zerbrechen.

Alle erstarrten.
Zuerst Stille. Dann wieder das Knacken von Ästen. Langsam, rhythmisch. Kein Wind.
Einer der Männer sah sich nervös um.
— Ein Wildschwein? — spottete jemand, doch in seiner Stimme lag keine Sicherheit mehr.
Der Alte hörte auf zu weinen. Langsam hob er den Kopf und blickte in das dunkle Dickicht.
Das Knacken kam näher. Und plötzlich …
Plötzlich erschien zwischen den Bäumen ein riesiger Schatten. Ein mächtiger Elch. Ein alter Bulle mit schweren Geweihen, breiter als ein Mensch hoch ist. Er trat langsam und selbstsicher auf die Lichtung, wie ein Herr des Waldes.
Die Jäger erstarrten. Der Elch rannte nicht. Er ging direkt auf sie zu.
Jemand versuchte, nach der Waffe zu greifen, doch seine Hände zitterten. Einer stolperte. Ein anderer wich zum Wagen zurück.
Das Tier schnaubte scharf und stampfte mit dem Huf auf den Boden. Das reichte.
Wenige Sekunden später rannten die „mutigen“ Jäger bereits zum Geländewagen und stießen einander beiseite. Türen knallten, der Motor heulte auf, die Räder drehten durch und schleuderten Schlamm.
Auf der Lichtung blieben nur der Alte und der Elch zurück. Das Tier blieb wenige Meter vor ihm stehen. Sah ihn an. Atmete warmen Dampf in die kalte Luft.

Dann drehte es sich um und verschwand langsam wieder im Wald. Der Alte richtete sich mühsam auf und stützte sich auf seine Knie. Lange blickte er in das Dickicht.
In diesem Wald gab es wirklich Orte, von denen er niemandem erzählte. Und das nicht ohne Grund.