Der Gefängnisdirektor sperrte eine junge Wärterin zur Strafe die ganze Nacht mit den gefährlichsten Häftlingen in eine Zelle — und am Morgen, als die Wärter die Tür öffneten, waren sie entsetzt über das, was sie sahen.

Der Gefängnisdirektor sperrte eine junge Wärterin zur Strafe die ganze Nacht mit den gefährlichsten Häftlingen in eine Zelle — und am Morgen, als die Wärter die Tür öffneten, waren sie entsetzt über das, was sie sahen.

Alles begann mit einer gewöhnlichen Zellenkontrolle. Die junge Wärterin Anna, neu und noch zu ehrlich für diesen Ort, ging den Flur entlang, als sie ein dumpfes Schlaggeräusch hörte. Sie blieb stehen, lauschte — und konnte nicht anders, als durch die angelehnte Tür zu schauen.

Drinnen drückte der Oberaufseher, düster und grausam, einen Häftling mit seinem Schlagstock auf den Boden, der kaum noch bei Bewusstsein war.

— Wenn du noch einmal einen Ton von dir gibst, zeige ich dir, was Disziplin bedeutet, — zischte er.

Der Häftling brach zusammen, doch der Aufseher hob den Schlagstock erneut. Anna schrie:

— Hören Sie auf! Sie bringen ihn um!

Der Aufseher drehte sich um.

— Was bildest du dir eigentlich ein, Mädchen? Das geht dich nichts an.

Doch es war zu spät. Anna hatte alles gesehen. Und sie entschied sich, nicht zu schweigen.

Am nächsten Tag reichte Anna einen Bericht ein. Der Aufseher wurde degradiert und verlor einen Teil seines Gehalts. Genau da erreichte die Geschichte den Gefängnisdirektor.

Der Direktor ließ sie ohne Vorwarnung in sein Büro kommen. Er setzte sich hinter den Schreibtisch, ohne sie anzusehen.

— Also hast du beschlossen, die Heldin zu spielen? — seine Stimme war eiskalt.

— Ich habe nur die Wahrheit gesagt, — antwortete Anna und versuchte ruhig zu bleiben, obwohl sie innerlich zitterte.

— Die Wahrheit? — Er hob abrupt den Kopf. — Auf wessen Seite stehst du? Auf unserer oder auf der Seite dieser… Bestien?

— Sie sind auch Menschen, — sagte sie leise, aber entschlossen. — Niemand hat das Recht, sie grundlos zu schlagen.

Er schlug mit der Faust auf den Tisch.

— Ich sehe, du hast eine ziemlich große Klappe! Und da du die Häftlinge so gerne verteidigst… — er stand auf und trat dicht an sie heran. — Wirst du die Nacht mit ihnen verbringen. In der gefährlichsten Zelle. Dort wirst du schnell lernen, wer hier wer ist.

— Was? — Anna wurde blass.

— Du wolltest gerecht sein? Dann sei gerecht. Gute Nacht, Verteidigerin. Morgen sehen wir, ob du noch genauso mutig bist.

Als man sie in Zelle Nummer 12 brachte, wechselten selbst die Wärter besorgte Blicke — dort wurde niemand ohne Grund hineingeworfen. Die schwere Tür fiel krachend ins Schloss.

In der Nacht kamen sehr seltsame Geräusche aus dieser Zelle, doch niemand wagte es, auch nur näherzukommen. Und am Morgen, als die Wärter die Tür öffneten, waren sie entsetzt über das, was sie sahen…

Fortsetzung im ersten Kommentar

Anna stand allein vor den drei gefährlichsten Häftlingen des Gefängnisses. Man hörte nur ihr schweres Atmen.

Einer von ihnen, der kräftigste, mit Narben über die halbe Gesichtshälfte, stand auf und trat auf sie zu. Anna erwartete einen Schlag. Doch er sagte nur:

— Hat er dich zu uns geworfen? Wofür?

Anna erzählte alles. Wie sie den misshandelten Häftling verteidigt hatte. Wie sie den Bericht eingereicht hatte. Wie sie bestraft wurde. Der Mann grinste leicht.

— Also lügst du nicht… Wir kennen die Geschichte. Er hätte unseren Bruder fast umgebracht.

Statt sie zu bedrohen, stellten sie ihr einen Stuhl hin. Gaben ihr Wasser. Sie unterhielten sich. Die ganze Nacht redeten sie, scherzten, erinnerten sich an ihre Familien und ihr früheres Leben.

Zum ersten Mal sah Anna in ihnen keine Verbrecher — sondern Menschen, denen man einfach keine zweite Chance gegeben hatte.

Bei Sonnenaufgang schlief sie auf einem der Betten ein, zugedeckt mit einer fremden Decke. Am Morgen, als die Wärter die Tür öffneten, wurde einer blass, der andere trat einen Schritt zurück.

Auf dem Boden schlief genau jener brutale Häftling, der sonst jeden angriff — in der Nacht hatte er der Wärterin seinen Platz überlassen.

Und Anna schlief friedlich in seinem Bett.

Der größte Häftling sah den verwirrten Wärter an und sagte:

— Wenn du an ihrer Stelle gewesen wärst, Junge… — er beugte sich vor. — Du hättest den Morgen nicht lebend erlebt.

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