Die Dorfbewohner bemerkten einen riesigen Tiger, der an einer Felswand nahe dem Wasserfall hing, und eilten ihm zu Hilfe, ohne auch nur zu ahnen, was der Tiger nach seiner Rettung tun würde.

Die Dorfbewohner bemerkten einen riesigen Tiger, der an einer Felswand nahe dem Wasserfall hing, und eilten ihm zu Hilfe, ohne auch nur zu ahnen, was der Tiger nach seiner Rettung tun würde.

— Schnell, kommt her! Da ist ein Tiger! Ein riesiger Tiger am Wasserfall! — schrie der alte Fischer Samir, als er direkt ins Zentrum des Dorfes rannte.

Die Männer, die unter dem Vordach beim Laden saßen, lachten zuerst nur. Einige dachten, der Alte übertreibe wieder einmal, andere glaubten sogar, er habe sich nach einem langen Morgen am Fluss alles nur eingebildet. Doch Samir wirkte viel zu verängstigt. Seine Hände zitterten, seine Kleidung war durchnässt, und er rang so heftig nach Luft, als würde er vor etwas fliehen.

— Er wird gleich abstürzen! — schrie der Alte weiter. — Wenn er fällt, zerreißt ihn sofort das Krokodil!

Nach diesen Worten verstummten die Menschen plötzlich.

Jeder im Dorf wusste, dass unter dem Wasserfall seit vielen Jahren ein riesiges altes Krokodil lebte. Sogar die Jäger hatten Angst vor ihm. Mehrmals hatten die Dorfbewohner gesehen, wie das Ungeheuer Wildschweine und Hirsche, die zum Fluss gekommen waren, unter Wasser zog. Man sagte, das Krokodil sei so groß, dass es problemlos ein Boot umkippen könne.

Nur wenige Minuten später rannten die Männer bereits mit Seilen und langen Stöcken zum Wasserfall. Das Rauschen des Wassers wurde immer lauter, und als die Menschen die Felsen erreichten, wurde vielen beim Anblick eiskalt.

Ein riesiger Bengaltiger hing tatsächlich auf den rutschigen Felsen fast direkt über dem Abgrund. Das tosende Wasser schlug ständig gegen seine Seite, und seine Pfoten rutschten langsam nach unten. Der Tiger brüllte vor Angst und Hilflosigkeit und versuchte sich festzuhalten, doch die Strömung war zu stark.

Und das Schlimmste befand sich unten.

Unter dem Wasserfall erschien zwischen den aufgewühlten Wassermassen immer wieder der riesige dunkle Rücken des Krokodils. Das Raubtier kreiste langsam direkt unter dem Tiger, als würde es geduldig darauf warten, dass das Tier abstürzt.

— Mein Gott… es wartet absichtlich auf ihn — flüsterte einer der Männer leise.

In diesem Moment rutschte der Tiger erneut tiefer, und das Wasser bedeckte beinahe seinen ganzen Körper. Ein schreckliches Brüllen ertönte.

— Wenn wir ihn nicht jetzt herausziehen, ist es in einer Minute zu spät! — rief Rahim.

— Bist du verrückt geworden?! — schrie ein anderer Mann. — Das ist ein Tiger! Er wird uns sofort nach der Rettung töten!

Doch Rahim kletterte bereits über die nassen Felsen nach vorne. Die anderen Männer sahen sich schwer atmend an und folgten ihm schließlich doch. Das Wasser riss sie fast von den Beinen, ihre Kleidung war sofort durchnässt, und das Donnern des Wasserfalls war so laut, dass sie sich direkt ins Gesicht schreien mussten.

Zuerst begann der Tiger noch lauter zu knurren und zeigte seine riesigen Fangzähne, als die Menschen näher kamen, doch dann geschah etwas Seltsames. Das Tier schien zu verstehen, dass man ihm helfen wollte. Es hörte auf, sich zu wehren, und atmete nur schwer, während es sich mit den Pfoten am Felsen festklammerte.

Unten tauchte das Krokodil erneut auf.

Diesmal schwamm das Ungeheuer so nah heran, dass die Männer seine riesigen Augen und sein langes Maul sehen konnten.

— Schneller! Zieht schneller! — schrie Samir.

In diesem Moment traf die Strömung den Tiger heftig an der Seite, und das Tier wäre beinahe ganz abgestürzt. Einer der Männer schaffte es, seine Vorderpfote zu packen, rutschte jedoch selbst aus und wäre fast gemeinsam mit dem Tiger in die Tiefe gestürzt.

Das Krokodil unten begann plötzlich, sich schneller zu bewegen.

Es schien, als hätte das Raubtier bereits verstanden, dass die Beute fast ihm gehörte.

Mit letzter Kraft zogen die Männer den Tiger nach oben. Die Seile spannten sich so stark, dass sie zu reißen begannen, das Wasser tobte ringsum, und das Tier schlug verzweifelt mit den Pfoten gegen die Felsen.

Und im letzten Moment gelang es ihnen tatsächlich, den riesigen Tiger ans Ufer zu ziehen.

Die Menschen sprangen sofort zurück und erwarteten einen Angriff.

Doch was der Tiger nach seiner Rettung tat, ließ das ganze Dorf vor Schock erstarren… Die Fortsetzung der Geschichte findet ihr im ersten Kommentar.

Der Tiger griff nicht an.

Das riesige Tier erhob sich schwerfällig auf seine Pfoten, Wasser tropfte aus seinem Fell, und ringsum herrschte eine solche Stille, dass man nur das Donnern des Wasserfalls hörte. Einige Sekunden lang sah der Tiger die Menschen mit seinen gelben Augen einfach nur an. Dann ging er plötzlich langsam auf Rahim zu, denselben Mann, der beinahe in die Schlucht gefallen wäre, und alle glaubten, der junge Mann würde jetzt sterben.

Die Frauen schrien vor Angst.

Doch plötzlich stupste der Tiger den Mann vorsichtig mit dem Kopf an die Schulter, als würde er ihm für die Rettung danken.

Danach drehte sich das Tier um und verschwand langsam im Dschungel zwischen den dichten Bäumen.

Die Dorfbewohner standen noch lange am Fluss und konnten nicht glauben, was sie gerade mit eigenen Augen gesehen hatten. Doch niemand von ihnen ahnte, dass dies nicht das letzte Treffen mit genau diesem Tiger sein würde.

Denn einige Tage später ertönte nachts erneut das vertraute Brüllen aus dem Dschungel…

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