Meine vierjährige Tochter packte heute Abend ihren Koffer und erklärte, dass sie von zu Hause weggeht – ich war schockiert, als ich den Grund erfuhr.

Meine vierjährige Tochter packte heute Abend ihren Koffer und erklärte, dass sie von zu Hause weggeht – ich war schockiert, als ich den Grund erfuhr.

Heute Abend, kaum dass ich den Hof betreten hatte, sah ich ein merkwürdiges Bild: Meine vierjährige Tochter stand direkt an der Tür, als würde sie auf mich warten. Sie trug ihren kleinen rosa Rucksack, und neben ihr stand derselbe kleine Rollkoffer, den wir für unsere Reisen ans Meer gekauft hatten.

Ihre Augen glänzten und waren ganz rot — sie hatte eindeutig kurz zuvor geweint.

— Schatz, was ist passiert? — Ich kniete mich sofort vor sie. — Warum stehst du hier? Und wozu brauchst du den Koffer?

Sie holte tief Luft, als würde sie mir gleich etwas sehr Wichtiges mitteilen.

— Papa… — sagte sie mit zitternder Stimme. — Ich gehe aus diesem Haus weg.

Mir rutschte das Herz in die Hose.

— Wie bitte? Wohin gehst du? Warum? Ist etwas passiert?

Sie runzelte die Stirn, ihre Lippen zitterten.

— Ich kann hier nicht mehr leben! — sagte sie so dramatisch, als hätte sie das vor dem Spiegel geübt.

In meinem Kopf rasten sofort die schlimmsten Gedanken: Hat sie jemand verletzt? Ist etwas im Kindergarten vorgefallen?

— Erklär es mir bitte… ganz ruhig, — sagte ich ernst.

Und dann sagte sie den Satz, der mich völlig schockierte.

Doch keine Sekunde später musste ich mir schon das Lachen verkneifen.

— Ich kann nicht mehr mit deiner Frau leben.

Ich blinzelte mehrmals, weil ich es nicht gleich verstand.

— Du meinst… deine Mama?

— Ja! — rief sie empört. — Ich liebe sie nicht mehr!

— Und… was hat Mama gemacht?

Sie warf dramatisch die Arme in die Luft, als müsste ich das doch wissen.

— Sie ist… ein Monster! Ein echtes Monster! — beschwerte sich meine Tochter. — Sie lässt mich keinen Fernseher schauen, keine Schokolade essen, und sie zwingt mich ständig, mein Zimmer aufzuräumen!

Ich drehte mich zur Seite, weil ich anfangen musste zu lachen.

— Verstehe… — sagte ich und versuchte, ernst zu bleiben. — Gut. Angenommen. Und wo willst du dann wohnen?

— Weit weg von deiner Frau! — verkündete sie stolz.

— Aha. Interessant. Und genauer?

— Bei Oma! — rief sie wie eine Gewinnerin eines Wettbewerbs. — Oma erlaubt mir Zeichentrickfilme und gibt mir immer Schokolade!

Da konnte ich nicht mehr und brach in lautes Lachen aus. Meine Tochter stand dabei so ernst da, als wäre sie nicht vier, sondern vierzig.

Ich nahm sie in den Arm, drückte sie an mich und küsste sie auf den Kopf.

— Meine kleine Prinzessin… komm, wir gehen wieder rein. Ich werde unbedingt mit diesem Monster reden.

Sie hob den Kopf und fragte leise:

— Papa… redest du wirklich mit ihr?

— Ganz sicher, — lächelte ich. — Aber den Koffer packen wir erst mal wieder aus, einverstanden?

Sie nickte und zog mit dem Gesichtsausdruck einer kleinen Siegerin ihren Koffer wieder ins Haus.

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