„Misch dich nicht in Dinge ein, die dich nichts angehen!“ — so antwortete der Oberstleutnant einer jungen Feldwebelin, die versuchte, von brutalen Schikanen in der Einheit zu berichten. Er ahnte nicht einmal, welch verhängnisvollen Fehler er beging, als er sie demütigte.

„Misch dich nicht in Dinge ein, die dich nichts angehen!“ — so antwortete der Oberstleutnant einer jungen Feldwebelin, die versuchte, von brutalen Schikanen in der Einheit zu berichten. Er ahnte nicht einmal, welch verhängnisvollen Fehler er beging, als er sie demütigte.

Der Morgen in der Militäreinheit begann wie gewöhnlich. Die Soldaten traten auf dem Exerzierplatz an, die Offiziere eilten ihren Aufgaben nach, und die junge Feldwebelin Anna kehrte nach der Kontrolle der Unterkünfte aus der Kaserne zurück.

Doch unterwegs wurde die junge Frau zufällig Zeugin von etwas, das sie nicht hätte sehen sollen.

Hinter einem der Gebäude hatten mehrere ältere Soldaten einen jungen Rekruten umzingelt. Der Junge stand mit gesenktem Kopf da, während einer der Soldaten ihn gegen die Brust stieß und ihn zwang, erniedrigende Befehle auszuführen. Die anderen lachten und filmten das Geschehen mit ihren Handys.

Anna griff sofort ein.

— Sofort aufhören! — befahl die junge Frau.

Die Soldaten gingen widerwillig auseinander, doch an ihren Gesichtern war zu erkennen, dass sie keinerlei Angst vor ihr hatten.

Der Rekrut wirkte verängstigt. In seinem Gesicht war ein frischer Bluterguss zu sehen, und seine Hände zitterten merklich.

Anna verstand, dass so etwas hier schon länger geschah.

Die junge Frau beschloss, alles sofort der Leitung zu melden.

Wenige Minuten später stand sie bereits vor dem Büro des Oberstleutnants.

Nachdem sie angeklopft hatte, trat die Feldwebelin ein.

Der Oberstleutnant saß lässig auf dem Sofa, die Beine auf dem Tisch. Er erhob sich nicht einmal, als sie eintrat.

— Erlauben Sie, etwas zu melden? — fragte die junge Frau.

— Na los, sprich, wenn du schon gekommen bist, — antwortete der Offizier missmutig.

Anna schilderte ausführlich alles, was sie gerade gesehen hatte.

Mit jedem ihrer Worte wurde das Gesicht des Oberstleutnants gereizter.

Als die junge Frau geendet hatte, grinste der Mann nur spöttisch.

— Und deswegen bist du in mein Büro gestürmt?

— Das ist ein schwerer Verstoß gegen die Dienstvorschriften, Herr Oberstleutnant.

— Ein schwerer Verstoß? Du bist erst seit ein paar Monaten bei der Armee und willst schon allen beibringen, wie man lebt?

— Ich bitte nur darum, die Sache zu untersuchen.

Der Oberstleutnant sprang abrupt auf.

— Hör gut zu. Wenn du wegen jedes Soldaten herumläufst und dich beschwerst, wirst du hier nicht lange durchhalten.

— Aber sie misshandeln Menschen.

— Und das geht dich überhaupt nichts an.

— Doch. Es ist meine Pflicht, darüber zu berichten.

Der Mann lachte laut auf.

— Na schau mal einer an, wie korrekt du bist. Glaubst du, du bist die Erste dieser Art? Morgen hast du das alles selbst vergessen.

— Wenn Sie nichts unternehmen, werde ich gezwungen sein, General Alexander Woronzow anzurufen.

Im Büro trat für einen Moment Stille ein.

Dann brach der Oberstleutnant in schallendes Gelächter aus.

— Den General? Bring mich nicht zum Lachen. Er wird nicht einmal deinen Anruf beantworten und ganz sicher nicht wegen so einer lächerlichen Sache hierherkommen.

Der Oberstleutnant trat näher.

— Und jetzt merk dir eins. Misch dich nicht in Dinge ein, die dich nichts angehen. Kümmere dich um deine Aufgaben und hör auf, dich als Retterin aufzuspielen.

Nach diesen Worten öffnete er demonstrativ die Bürotür.

— Wegtreten.

Anna sah ihn schweigend an und ging hinaus.

Der Oberstleutnant grinste noch einige Sekunden spöttisch, dann widmete er sich wieder seinen Angelegenheiten.

Doch eine halbe Stunde später geschah etwas, das alle in der Einheit völlig schockierte. Die Fortsetzung dieser Geschichte findet sich im ersten Kommentar.

Plötzlich ertönte in der gesamten Einheit der Befehl zur sofortigen Formation.

Die Offiziere rannten aus ihren Büros, die Soldaten stellten sich hastig auf dem Exerzierplatz auf.

Niemand verstand, was vor sich ging.

Einige Minuten später fuhr ein Konvoi aus mehreren schwarzen Fahrzeugen auf das Gelände der Einheit.

Als General Alexander Woronzow aus dem ersten Wagen stieg, ging ein regelrechter Schock durch die Reihen.

Mit einem solchen Besuch hatte niemand gerechnet.

Der Oberstleutnant eilte der hohen Führung entgegen.

Auf seinem Gesicht erschien bereits sein gewohnt selbstsicheres Lächeln.

Doch wenige Sekunden später verschwand dieses Lächeln.

Denn der General ging einfach an ihm vorbei.

Er steuerte direkt auf die junge Feldwebelin zu, die in der Formation stand.

Der Oberstleutnant beobachtete das Geschehen überrascht.

Der General blieb vor der jungen Frau stehen.

— Anna, geht es dir gut? — fragte er.

Ein erstauntes Flüstern ging über den Exerzierplatz.

Die junge Frau nickte ruhig.

— Ja, alles in Ordnung.

— Man hat mich über deinen Anruf informiert. Ich bin sofort gekommen.

Das Gesicht des Oberstleutnants wurde blass.

Langsam begann er zu begreifen, was hier geschah.

Der General wandte sich an die Führung der Einheit.

— Jetzt möchte ich persönlich hören, was hier vor sich geht.

Niemand sagte ein Wort.

Einige Sekunden später fügte der General hinzu:

— Und noch etwas. Für diejenigen, die es nicht wissen: Feldwebelin Anna Woronzowa ist meine Tochter.

Auf dem Exerzierplatz herrschte eine solche Stille, dass man den Wind hören konnte.

Der Oberstleutnant erstarrte.

Jetzt wurde ihm klar, warum der General bereits eine halbe Stunde nach dem Anruf eingetroffen war.

Doch etwas anderes machte ihm noch mehr Angst.

Der General war nicht gekommen, weil das Mädchen seine Tochter war.

Er war gekommen, weil er ihren Charakter kannte.

Wenn Anna von Ungerechtigkeit berichtete, bedeutete das, dass das Problem tatsächlich existierte.

An diesem Tag begann eine groß angelegte Überprüfung der gesamten Einheit.

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